Corona-Impfungen: Einbindung der Betriebsärzte rückt näher – aber noch offene Fragen

Der Weg zur Überwindung der Corona-Pandemie führt über das beschleunigte Impfen: Nach den Impfzentren und den Hausärzten sollen nun absehbar auch die Betriebsärzte ins Impfgeschehen eingebunden werden. Nach Planungen des Bundesgesundheitsministeriums soll es spätestens am 7. Juni losgehen. Dafür sind mindestens 500.000 Impfdosen pro Woche vorgesehen.

Schon durch die Einbindung der Hausärzte hat sich das Impftempo deutlich beschleunigt. Das Impfen in den Betrieben würde die Geschwindigkeit nochmals erhöhen. Die Wirtschaftsverbände in Baden-Württemberg machen sich deshalb dafür stark, das Impfen in den Betrieben schon früher zu ermöglichen.

Auch die Landesregierung setzt sich für schnelleres Impfen ein. So fordert der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha von der Bundesregierung, dem Land für Mai und Juni mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Voraussichtlich von Mitte Mai an sind auch die Beschäftigten der sogenannten kritischen Infrastruktur im Rahmen der Priorisierungsgruppe 3 impfberechtigt. Die aktuelle Liste ist auf der Website des baden-württembergischen Sozialministeriums zu finden.

Ein gutes Dutzend von Unternehmen in Baden-Württemberg kann schon im Rahmen eines Modellprojekts seine Belegschaften gegen Corona impfen. Damit die Betriebsärzte im Land flächendeckend Impfen können, müsse die Bundesregierung laut Lucha zuerst die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. Offen sei auch noch, wie der Impfstoff künftig direkt in die Betriebe kommen kann. Denkbar sei nach Angaben des Landesgesundheitsministers, dass die Betriebsärzte direkt vom Pharmagroßhandel und den Apotheken beliefert werden.

Die Wirtschaftsverbände unterstützen die Vorbereitungen der Betriebe auf das Corona-Impfen bereits vielfach. Vertiefende Informationen stellt hier beispielsweise auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) auf ihrer Homepage zur Verfügung. Viele Unternehmen haben schon Erfahrungen im Impfen ihrer Belegschaften gesammelt, da sie regelmäßig Grippeschutz-Impfungen im Betrieb durchführen. Allerdings sind die Vorgaben für Corona-Impfungen noch deutlich umfangreicher und teilweise noch unklar. Wie aktuelle Umfragen zeigen, ist die Impfbereitschaft bei den Unternehmen aber dennoch sehr groß.