Die Tarifbindung braucht mehr tarifliche Flexibilität

Eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) vom 19. Mai 2021 zeigt, dass die Branchentarifbindung weiter stark abnimmt.

Diese Entwicklung macht deutlich, dass es dringend notwendig ist, moderne Tarifverträge mit flexiblen Regelungen zu schaffen, die differenzierte und passgenaue Lösungen für die Betriebe ermöglichen. Nur dadurch kann die Tarifpolitik einen sicheren Rahmen mit Chancen für Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen bieten.

Aus der Auswertung des IAB ergibt sich, dass im Jahr 1996 für 70 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 56 Prozent in Ostdeutschland Branchentarifverträge galten. Im Jahr 2020 arbeiteten aber nur noch rund 45 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und ca. 32 Prozent in Ostdeutschland in Betrieben, die durch Branchentarifverträge tarifgebunden waren.

Für 8 Prozent der westdeutschen und 11 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten galten in 2020 Firmentarifverträge.

Hingegen gab es in 2020 für 47 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 57 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland keinen Tarifvertrag.

Die aktuellen Zahlen des IAB finden Sie hier: Tarifbindung 2020