Landesarbeitgeberpräsident Dulger: Kritik des DGB ist äußerst unglaubwürdig

Erstellt am: 09/16/2015

STUTTGART –Landesarbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger hat die Kritik des DGB Baden-Württemberg an der Einführung des neuen Schulfaches Wirtschaft zurückgewiesen.

„Das schon lange geforderte neue Schulfach Wirtschaft und die vorliegenden Bildungsplanentwürfe werden von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen“, sagte der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart anlässlich einer Pressekonferenz des DGB, auf der ein sogenanntes Gutachten vorgestellt wurde.

Dulger verwies darauf, dass schon im Februar 19 Organisationen aus Wirtschaft, Schule, Hochschule und Kommunen  in der „Initiative für ein Fach Wirtschaft“ ein klares Bekenntnis zu dem neuen Fach und den vorliegenden Bildungsplanentwürfen abgegeben hätten. „Diese Bildungspläne für das neue Fach basieren auf dem aktuellen Stand der pädagogischen und didaktischen Erkenntnisse und werden von der überragenden Mehrheit der Experten aus Schule und Wissenschaft sehr positiv eingeschätzt“, so Dulger. Als „haltlos“ bezeichnete er Vorwürfe der Gewerkschaften, dass Wirtschaftsverbände und Unternehmen unbotmäßigen Einfluss auf die Inhalte des neuen Schulfachs nehmen würden: „Die Arbeitgeber Baden-Württemberg arbeiten genauso wie die Gewerkschaften und viele andere Akteure im Beirat zur Bildungsplanreform mit und nutzen wie alle anderen auch die Möglichkeiten, Stellung zu den vorliegenden Entwürfen zu nehmen. Der heutige Tag zeigt, dass es vielmehr der DGB ist, der massiv versucht, Einfluss auf politische und ökonomische Bildung in unserem Land zu nehmen.“

Vor diesem Hintergrund sei die nun schon seit Monaten anhaltende Kritik aus den Reihen der Gewerkschaften und der für sie politisch aktiven Wissenschaftler nicht nachvollziehbar und wenig glaubwürdig. „Daran ändert auch nichts, dass die medial immer wieder aufgewärmten und wenig originellen Argumente der immer gleichen Akteure jetzt auch noch in das Kleid eines sogenannten „Gutachtens“ gehüllt werden“, sagte Dulger. Offensichtlich fürchteten die Gewerkschaften um ihren exklusiven Zugang in die Schulen, wenn jetzt erstmals ein verbindlicher  Bildungsplan für ein eigenes Fach Wirtschaft in der Sekundarstufe I in allen Schularten vorgelegt werde: „Das gefährdet jedoch nicht die Ausgewogenheit, sondern bietet vielmehr erstmals eine Grundlage für Ausgewogenheit“. Dazu, so Dulger, werde auch die ebenfalls beschlossene eigenständige Ausbildung von Ökonomie-Lehrkräften beitragen.

Die Kritik des DGB erscheine auch deshalb äußerst unglaubwürdig, da man sich in der Vergangenheit noch gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden für ein eigenständiges Fach Wirtschaft eingesetzt habe. „Ich fordere die Gewerkschaften auf, sich auf diese gemeinsame Position zurückzubesinnen“, sagte Dulger. 

Anhang: „Initiative für ein Fach Wirtschaft“