Die Arbeitsmarktzahlen im Dezember

Erstellt am: 03.01.2020

Arbeitgeberverbände betonen Bedeutung von befristeten Beschäftigungsmöglichkeiten im laufenden Abschwung.

Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg sieht sich weiter einer Doppelbelastung aus konjunktureller Eintrübung und strukturellem Wandel im Zuge von Digitalisierung und Dekarbonisierung ausgesetzt. „In diesem von Unsicherheit geprägten Umfeld sind flexible Beschäftigungsformen für die Unternehmen von herausragender Bedeutung“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Freitag in Stuttgart: „Deshalb muss die Große Koalition jetzt endgültig ihre Pläne aufgeben, sachgrundlose Befristungen massiv einzuschränken. Befristungen sind für Unternehmen unabdingbar, um auch bei unsicherer Auftragslage noch Personal einstellen zu können.“

Dick verwies darauf, dass die Übernahmechancen in unbefristete Beschäftigung seit Jahren anstiegen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit werden annähernd 45 Prozent der befristet Beschäftigten unmittelbar in ein Arbeitsverhältnis übernommen. „Insgesamt erhalten mehr als drei Viertel der befristet Beschäftigten in ihrem Betrieb eine Anschlussbeschäftigung“, unterstrich der Hauptgeschäftsführer der Spitzenvereinigung der baden-württembergischen Arbeitgeberverbände: „Befristete Arbeitsverhältnisse sind insbesondere auch für Berufsanfänger und Berufsrückkehrer ein wichtiges und akzeptiertes Modell für den Einstieg beziehungsweise den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.“

Dass Unternehmen nach den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bereits ab 76 Beschäftigten nur noch 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristet beschäftigen dürfen sollen, mache die Personalplanung im Abschwung extrem schwer, sagte Dick: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen in der Lage sein, flexibel auf sich verändernde konjunkturelle Rahmenbedingungen reagieren zu können.“