Landesregierung muss alles tun, um erneute Schulschließungen zu verhindern

Erstellt am: 09.09.2021

Küpper: „Alles andere wäre bildungs- wie familienpolitisch unverantwortbar“.

Zum Auftakt des neuen Schuljahres in der kommenden Woche haben die Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) die Landesregierung aufgefordert, alles dafür zu tun, dass es zu keinen weiteren Schulschließungen mehr kommt. „Alles andere wäre bildungs- wie familienpolitisch unverantwortbar“, sagte der für Bildungspolitik zuständige UBW-Geschäftsführer Stefan Küpper am Donnerstag in Stuttgart. Viele Schülerinnen und Schüler hätten unter den pandemiebedingten Schulschließungen gelitten. „Wir finden es deshalb gut, dass die Landesregierung nun Angebote zum Aufholen von Lernrückständen gemacht hat.“ Hier müsse das Land nun konsequent am Ball bleiben und die Verfahren für die Schulen wie auch die außerschulischen Anbieter möglichst unbürokratisch gestalten, so Küpper: „Es darf nicht dazu kommen, dass die jungen Menschen aufgrund von Lernrückständen später Probleme bei der Ausbildung oder im Studium bekommen.“

Gleichzeitig müsse die Digitalisierung der Schulen noch beherzter vorangetrieben werden, forderte der Verbandsvertreter: „Dafür müssen die Bundesmittel aus dem Digitalpakt Schule deutlich schneller abgerufen und die bürokratischen Prozesse weiter beschleunigt werden.“ Im Zuge der Schulschließungen habe man bereits viele Erfahrungen mit digitalem Unterrichten und Lernen sammeln können, so Küpper: „Diese Erfahrungen müssen nun konsequent genutzt werden, um das baden-württembergische Bildungssystem zu verbessern und auf den digitalen Stand der Zeit zu bringen.“

Neben einer Verbesserung der Digitalausstattung in den Schulen müssten dringend auch tragfähige Unterrichtskonzepte entwickelt werden, betonte der UBW-Geschäftsführer: „Damit der ‚Digital Turn“ in den Schulen gelingt, müssen die Lehrkräfte auf breiter Front für die Digitalisierung fit gemacht werden. Neue digitale Formate der Lehrkräftefortbildung sollten deshalb mit Priorität vorangetrieben werden.“ Diese Qualifizierungsoffensive könne dann auch mit bestehenden Angeboten aus der Wirtschaft kombiniert werden. Küpper machte sich zudem dafür stark, dauerhaft hybride Modelle aus Präsenz- und Fernunterricht im Schulalltag zu etablieren: „Dazu muss ein Qualitätsrahmen für digitalen Unterricht entwickelt werden. Wir brauchen tragfähige Unterrichtskonzepte, die die Beziehungsebene im Unterricht und die digitalen Möglichkeiten in eine Balance bringen.“