Unternehmer Baden-Württemberg lehnen DGB-Forderung nach einer Ausbildungsumlage ab

Erstellt am: 08.06.2021

Dick: „Firmen sind durch Corona-Krise finanziell hart getroffen und können keine weiteren Belastungen verkraften“.

Die Wirtschaft im Südwesten lehnt die vom DGB Baden-Württemberg geforderte Ausbildungsumlage ab. „Die Unternehmen sind durch die Corona-Krise finanziell hart getroffen worden. In dieser Situation weitere Belastungen für Unternehmen zu fordern, ist geradezu fahrlässig“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), am Dienstag in Stuttgart.

„Die Betriebe führen im Gegenteil die duale Ausbildung auch in Zeiten von Corona verlässlich fort“, betonte Dick. Sorge bereite vielmehr der dramatische Bewerberrückgang in nunmehr bereits zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Die Bewerberzahlen seien erneut stärker zurückgegangen als die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze. Laut aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gab es im Mai 2021 in Baden-Württemberg 13 Prozent weniger gemeldete Bewerber bei einem gleichzeitigen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen von 6,2 Prozent.

„Deshalb müssten wir eigentlich eher über eine Bewerbergarantie sprechen als über eine Ausbildungsgarantie“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Spitzenvereinigung der Wirtschaft im Südwesten. „Wichtigste Aufgabe ist daher, wieder mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung zu interessieren. Dabei spielt eine gute Berufsorientierung der Jugendlichen eine zentrale Rolle. Dafür sollten sich die Gewerkschaften einsetzen, anstatt einer sogenannten Ausbildungsgarantie hinterherzujagen, die vor allem viele Fragen aufwirft, statt Lösungen zu bieten.“

Durch eine staatliche Ausbildungsgarantie drohe ein Systemwechsel weg von der erfolgreichen bedarfs- und arbeitsmarktorientierten dualen Ausbildung hin zu einem öffentlich organisierten außerbetrieblichen und marktfernen Ausbildungssystem. „Dies würde im Ergebnis zu steigender Jugendarbeitslosigkeit führen“, warnte Dick.