Arbeitsmarktzahlen im Dezember

Erstellt am: 05.01.2021

Forderung nach Mindestlohn von 12 Euro konterkariert Bemühungen der Unternehmen, ihre Belegschaften in der Krise zu halten.

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember leicht gesunken.

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember leicht gesunken.

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Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist im Dezember zum Vormonat leicht gesunken. „Die Zahlen belegen, dass die Unternehmen in der gegenwärtigen Krise alles tun, um ihre Belegschaften zu halten, trotz im Durchschnitt deutlicher Auftrags- und Umsatzrückgänge“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Dienstag in Stuttgart: „Völlig unverständlich ist daher, warum Bundesarbeitsminister Hubertus Heil diese Bemühungen nun mit seinem rein politisch getriebenen Vorstoß konterkarieren will, den Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben.“ Die Unternehmen bräuchten in der gegenwärtig sehr herausfordernden Situation dringend Liquidität, um die laufenden Kosten zu decken. „Wer jetzt die Arbeitskosten erhöhen will, riskiert einen großflächigen Arbeitsplatzabbau“, warnte Dick.

Ein Mindestlohn von 12 Euro würde in über 190 Tarifverträge eingreifen und über 570 tariflich ausgehandelte Lohngruppen überflüssig machen, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Spitzenvereinigung der Arbeitgeberverbände im Südwesten: „Das würde gegen die grundgesetzlich garantierte Koalitionsfreiheit verstoßen und außerdem eine enorme Lohnspirale nach oben erzeugen.“ Dick forderte, die Entscheidung über die Anhebung des Mindestlohns auch weiterhin in der Hand der zuständigen Kommission aus Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Wissenschaftlern zu belassen. Nur diese Konstellation sorge für insgesamt ausgewogene Entscheidungen. „Der Mindestlohn darf auf keinen Fall zum Spielball im Bundestagswahlkampf werden“, mahnte er.