Massiver Anstieg von Arbeitslosigkeit kann nur vermieden werden, wenn Konjunkturpaket bald zu mehr Nachfrage führt

Erstellt am: 01.07.2020

Dick: „Letztendlich haben wir es alle gemeinsam in der Hand, wie schnell unsere Volkswirtschaft wieder aus dem Wachstumstal herauskommt“.

Arbeitslosigkeit steigt weiter an.

Arbeitslosigkeit steigt weiter an.

vergroessern

Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg steigt im Juni im Gefolge der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise weiter an. „Die hohen Kurzarbeiterzahlen zeigen aber, dass die Unternehmen weiter alles versuchen, um ihre Belegschaften zu halten. Aber das lässt sich nicht ewig durchhalten. Deshalb ist es so wichtig, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung ein Erfolg wird und die Nachfrage nun deutlich zulegt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Mittwoch in Stuttgart: „Entscheidend wird sein, dass die Verbraucher den Konjunkturimpuls aufgreifen und wieder mehr konsumieren. Dann werden auch die betrieblichen Investitionen wieder anziehen. Letztendlich haben wir es also alle gemeinsam in der Hand, wie schnell unsere Volkswirtschaft wieder aus dem Wachstumstal herauskommt und der Arbeitsmarkt sich wieder stabilisiert.“

Anlass zu einiger Zuversicht gebe, dass man in einer ähnlichen Situation in der großen Finanz- und Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren mit konjunkturstimulierenden Maßnahmen und großflächigem Einsatz von Kurzarbeit relativ schnell wieder in einen Aufschwung gekommen sei. „Wir konnten damals Massenarbeitslosigkeit verhindern und die folgende Wachstumsphase hat sich für viele Jahre als sehr robust erwiesen. Das muss uns jetzt wieder gelingen“, sagte Dick. Gut sei in diesem Zusammenhang auch, dass die EU die nationalen Konjunkturprogramme der Mitgliedsstaaten mit einem europaweiten Wiederaufbauprogramm ergänzen wolle. „Die stark exportorientierte baden-württembergische Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass auch unsere Nachbarn möglichst schnell wieder auf die Beine kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Spitzenvereinigung der Arbeitgeberverbände im Südwesten.

Eine zweite Corona-Infektionswelle könne die Wirkung der konjunkturstimulierenden Maßnahmen aber zunichtemachen, warnte Dick: „Auch deshalb ist es so wichtig, dass wir uns alle weiter an die nötigen Hygiene- und Abstandsregeln halten. Denn das hochansteckende Coronavirus ist immer noch mitten unter uns. Eine wirkliche Entwarnung kann es erst geben, wenn wir über einen Impfstoff gegen das Virus verfügen. Bis dahin ist weiterhin größte Vorsicht geboten.“