Beteiligungsfonds für den Mittelstand grundsätzlich zu begrüßen

Erstellt am: 12.05.2020

Dick: „Mittelstand ist durch bisherige Stützungsprogramme nur unzureichend geschützt“.
Wolf: „Der Konjunkturmotor ist abgestorben und braucht dringend eine Starthilfe“.

Die Spitzenverbände der baden-württembergischen Wirtschaft haben die Ankündigung der Landesregierung, mit einem eigenen Beteiligungsfonds den Mittelstand in der akuten Corona-Krise zu stützen, grundsätzlich begrüßt. „Es gibt gute Gründe, staatliche Beteiligungen an privaten Unternehmen nur als letztes Mittel in Notfällen einzusetzen. Aber mit solchen Notfällen müssen wir akut vermehrt rechnen“, erklärten Wolfgang Wolf, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie (LVI), und Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, am Dienstag in Stuttgart: „Natürlich muss klar sein, dass solche Beteiligungen zeitlich befristet angelegt sind und nicht mit der Bedingung verknüpft werden, dass der Staat damit auch unternehmerisch mitreden darf.“

Der Beteiligungsfonds ist zugeschnitten auf Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro. „Damit zielt er direkt auf die Herzkammer der baden-württembergischen Wirtschaft“, sagte Dick: „Das ist sinnvoll, denn gerade dieser Bereich der Unternehmen wird bislang durch die Förder- und Stützungsprogramme von Bund und Land nur unzureichend geschützt.“ Derzeit sei zu beobachten, dass selbst kerngesunde Unternehmen durch die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unverschuldet in eine bedrohliche Schieflage geraten seien: „Es liegt daher auch in der Verantwortung der Politik zu verhindern, dass Unternehmer nun gezwungen werden, Arbeitsplätze abzubauen, ihr Unternehmen zu verkaufen oder gar Insolvenz anzumelden.“ Gerade im Mittelstand seien jedoch die bislang aufgelegten Kreditprogramme und finanziellen Direkthilfen oftmals nicht ausreichend.

Wolf hob hervor, dass die Politik – auf Landes- und auf Bundesebene – bislang mit vielen Maßnahmen schnell und richtig auf die Corona-Krise reagiert habe: „Unsere Erwartungshaltung ist, dass diese Reaktionsgeschwindigkeit erhalten bleibt, wenn sich neue Stützungsbedarfe ergeben. Und das werden sie.“ Dasselbe Tempo erhoffe er sich nun auch bei Maßnahmen, um Konjunktur und Konsum schnellstmöglich wieder anzukurbeln: „Es zeigt sich, dass der Konjunkturmotor abgestorben ist. Hier benötigen wir dringend eine staatliche Starthilfe. Dieses Geld wäre gut investiert, weil es immer noch das Beste ist, wenn die Firmen ihr Geld selbst verdienen können.“

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