Spitzenverbände begrüßen Soforthilfeprogramm des Landes, verweisen aber auch auf Bedürfnisse größerer Unternehmen

Erstellt am: 24.03.2020

Dick und Wolf: „Die harte Grenzziehung bei 50 Mitarbeitern schmerzt einen nennenswerten Teil der baden-württembergischen Wirtschaft.“

Die Spitzenverbände Arbeitgeber Baden-Württemberg und LVI begrüßen das Corona-Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. „Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit dem gegenwärtig Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft – insbesondere der kleinen und kleinsten Unternehmen – ergriffen werden, ist bemerkenswert“, begrüßten der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, und das geschäftsführende LVI-Vorstandsmitglied Wolfgang Wolf die heute von der Landesregierung vorgestellten Soforthilfemaßnahmen für Unternehmen.

Die beschlossenen neuen Hilfen seien sinnvolle Ergänzungen zu den laufenden Maßnahmen wie Steuerstundungen, dem erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen via Bürgschaftsbank und L-Bank.

Gleichzeitig gaben Dick und Wolf zu bedenken, dass – unabhängig vom klar erkennbaren Bemühen der Landesregierung, auch größeren Unternehmen zu helfen – die harte Grenzziehung bei 50 Mitarbeitern einen nennenswerten Teil der baden-württembergischen Wirtschaft schmerzt. „Branchenübergreifend gibt es eine Vielzahl an Unternehmen, deren Beschäftigtenzahl im oberen zweistelligen oder unteren dreistelligen Bereich liegt und die gegenwärtig massivste Liquiditätsengpässe haben. In Baden-Württemberg beschäftigen 95% der Betriebe bis zu 50 Menschen. Insgesamt sind in kleineren Betrieben aber „nur“ gut 36% der Menschen beschäftigt.
Knapp 28% der Beschäftigten arbeiten in Betrieben, die zwischen 50 und 249 Menschen Arbeit geben, in Betrieben mit 250 bis 500 Beschäftigen arbeiten knapp 11%", bemerkten Dick und Wolf.*

Für die mittelfristige Perspektive des Standorts sei es demnach essenziell, auch in diesen Segmenten kurzfristig Hilfen bereitzustellen. Allzu oft träfen solche Unternehmen in diesen Tagen auf Banken, die keine Spielräume haben oder zu haben glauben, sodass ihre Anliegen gar nicht erst bis zur Bürgschaftsbank vorstoßen. Des Weiteren würden Kredite zwar kurzfristig helfen, Liquidität herzustellen, größere Verluste könnten jedoch nicht ausgeglichen werden.

Laut Dick und Wolf stehen an erster Stelle aktuell jedoch weiterhin die Eindämmung des Virus und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung. „Wir begrüßen und unterstützen das Bemühen, Kapazitäten von Wirtschaft und Industrie zur Herstellung medizinischer Ausrüstung zu nutzen und erhoffen uns hier schnellstmögliche Erfolge."

*(Datenquellen: Statistiken der Regionaldirektion für Arbeit Baden-Württemberg sowie des Statistischen Landesamtes)

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