Arbeitgeberpräsident betont Bedeutung von befristeten Beschäftigungsmöglichkeiten im Abschwung

Erstellt am: 07/01/2019

Dulger: „Große Koalition muss ihre Pläne aufgeben, die sachgrundlosen Befristungen massiv einzuschränken".

Auch im Juni sinkt die Arbeitslosenzahl weiter.

Auch im Juni sinkt die Arbeitslosenzahl weiter.

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Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg präsentierte sich auch im Juni noch in einer insgesamt guten Verfassung. „Aber die Arbeitslosenzahlen sind ein nachlaufender Konjunkturindikator. Die derzeitige Verlangsamung des Wirtschaftswachstums wird sich in absehbarer Zeit auch verstärkt auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen“, warnte der baden-württembergische Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger am Montag in Stuttgart: „Deshalb muss die Große Koalition jetzt ihre Pläne aufgeben, sachgrundlose Befristungen massiv einzuschränken. Flexible Beschäftigungsformen sind gerade im derzeitigen Konjunkturumfeld von herausragender Bedeutung. Sie erlauben es den Unternehmen, auch bei unsicherer Auftragslage noch Personal einzustellen.“

Der Arbeitgeberpräsident verwies darauf, dass die Übernahmechancen in unbefristete Beschäftigung seit Jahren anstiegen. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit erreichte die Übernahmequote im vergangenen Jahr mit 44,2 Prozent den höchsten Stand seit der ersten Messung 2009. „Das erfolgreiche Instrument der sachgrundlosen Befristungen darf jetzt nicht willkürlich kaputtgemacht werden“, mahnte er: „Befristete Arbeitsverhältnisse sind insbesondere auch für Berufsanfänger und Berufsrückkehrer ein wichtiges und akzeptiertes Modell für den Einstieg beziehungsweise den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.“

Dass Unternehmen nach den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bereits ab 76 Beschäftigten nur noch 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristet beschäftigen dürfen sollen, mache die Personalplanung im Abschwung extrem schwer, sagte Dulger: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen in der Lage sein, flexibel auf sich verändernde konjunkturelle Rahmenbedingungen reagieren zu können.“