Arbeitgeberverbände fordern Digitalisierungsoffensive für baden-württembergische Schulen

Erstellt am: 05/06/2019

Küpper: „Nachholbedarf in digitaler Infrastruktur und in Fortbildung der Lehrkräfte ist groß“

Die baden-württembergischen Arbeitgeberverbände haben die Landesregierung aufgefordert, eine Digitalisierungsoffensive in den Schulen zu starten. Eine aktuelle Umfrage unter Schulleitern zeige, wie groß der Nachholbedarf sei, sagte Stefan Küpper, der für Bildungsfragen zuständige Geschäftsführer bei den Arbeitgebern in Baden-Württemberg, am Montag in Stuttgart: „Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Wenn hier unser Bildungssystem weit hinterherhinkt, drohen wir den Anschluss zu verlieren.“

Die Arbeitgeberverbände empfehlen, nun die über den Digitalpakt Schule vom Bund bereitgestellten finanziellen Mittel schnell abzurufen und durch weitere Landesmittel zu ergänzen. Die Digitalisierungsoffensive müsse dabei in drei Bereiche ansetzen, so Küpper: „Die Schulen benötigen natürlich eine leistungsfähige IT-Infrastruktur und Endgeräte. Genauso wichtig sind aber auch die Fortbildung der Lehrkräfte in digitalen Lerntechniken sowie die Stärkung digitaler Kompetenzen im Unterricht, etwa in der Informatik oder in der Medienbildung.“

Die repräsentative Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) unter Schulleitern hat eklatante Defizite in der digitalen Ausstattung der Schulen offengelegt. In knapp 60 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg mangelt es noch an schnellem Internet und WLAN, in mehr als einem Viertel der Schulen gibt es gar keine dienstlichen PCs, in nur gut einem Drittel sind Klassensätze von Tablets oder Smartphones verfügbar. Zudem müssen sich die Lehrkräfte häufig die Kenntnisse für die Nutzung digitaler Endgeräte privat oder mit Hilfe von Kollegen aneignen. „Hier können wir über außerschulische Initiativen wie das von den Arbeitgeberverbänden getragene Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT unsere Unterstützung anbieten, sagte Küpper.