Arbeitgeber: Damit Inklusion an Schulen gelingen kann, müssen Lehrkräfte auch entsprechend fortgebildet werden

Erstellt am: 05/13/2019

Küpper: „Aber über ein Drittel der Lehrer bezeichnet das Fortbildungsangebot weiter als mangelhaft oder ungenügend“

Für die Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg gehört eine erfolgreiche Inklusion in den allgemeinbildenden Schulen zu den zentralen Voraussetzungen, damit später auch der Einstieg in eine inklusive Ausbildung gelingen kann. „Dafür bedarf es aber auch einer entsprechenden Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. In der heute vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) vorgestellten Umfrage bezeichnen allerdings immer noch über ein Drittel der Lehrer in Baden-Württemberg das Fortbildungsangebot als mangelhaft oder ungenügend“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt der Arbeitgeber Baden-Württemberg, am Montag in Stuttgart: „Ähnlich wie in den vorangegangenen Umfragen bewerten die Lehrkräfte das Fortbildungsangebot zur Vorbereitung auf inklusive Schulklassen nur mit der mäßigen Note 4,2. Hier sehen wir eine der ersten wichtigen Aufgaben des von der Landesregierung neu geschaffenen Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung.“

Angesichts der demografischen Entwicklung und des wachsenden Fachkräftemangels sei es umso wichtiger, dass niemand zurückgelassen werde, erklärte Küpper, es gelte alle Potenziale zu heben: „Behindert bedeutet nicht automatisch leistungsgemindert. Menschen mit Handicaps sind oft besonders motiviert. Sie wollen beweisen, dass sie es können und dass ihre Arbeit Wertschätzung verdient. Schon an den Schulen muss der Grundstein dafür gelegt werden, dass ihnen dies auch gelingen kann.“

Die Spitzenorganisation der Arbeitgeberverbände im Land bekräftigte ihre Forderung nach einem gesamtheitlichen Ansatz bei der Inklusion über alle Stufen der Erwerbsbiografie hinweg. „Die Unternehmen in Baden-Württemberg nehmen die Verantwortung für Inklusion bereits intensiv wahr“, sagte Küpper. Das Unternehmensnetzwerk Inklusion unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung. Partner des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Programms ist das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft.