Konjunkturelle Risiken bedrohen perspektivisch auch den Arbeitsmarkt im Südwesten

Erstellt am: 01/31/2019

Dulger: „Regierung darf jetzt auf keinen Fall die Flexibilität am Arbeitsmarkt weiter einschränken“

Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Januar in einer stabilen Lage.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Januar in einer stabilen Lage.

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Der Arbeitsmarkt im Südwesten hat sich auch im Januar in einer stabilen Verfassung präsentiert. „Gleichzeitig zeigen aber die von uns schon früher benannten Konjunkturrisiken erste Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Dies droht perspektivisch auch den Arbeitsmarkt im Südwesten zu belasten“, sagte der baden-württembergische Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger am Donnerstag in Stuttgart: „Die Gefahr eines ungeordneten Brexit und möglicher US-Zölle auf europäische Auto-Importe führen zu wachsender Unsicherheit.“ Vor diesem Hintergrund erwarteten die Unternehmen jetzt Unterstützung durch die heimische Politik. „Doch leider erleben wir im Moment das genaue Gegenteil“, kritisierte er.

So plane Bundesarbeitsminister Hubertus Heil just in dem Moment, in dem die Konjunktur zu drehen drohe, das für die Arbeitgeber so wichtige Flexibilisierungsinstrument sachgrundloser Befristungen von Arbeitsverhältnissen massiv einzuschränken. „Dass Unternehmen bereits ab 76 Beschäftigten nur noch 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristet beschäftigen dürfen sollen, macht die Personalplanung in einem möglichen Abschwung extrem schwer“, erklärte der Arbeitgeberpräsident: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen in der Lage sein, Personal in einem vernünftigen Rahmen flexibel auf- und abbauen zu können.“

Die Bundesregierung dürfe nicht vergessen, dass Befristungen ein wichtiges Instrument der Beschäftigungsförderung seien. „Arbeitgeber sind eher bereit, jemanden bei Unsicherheit über die Beständigkeit der Auftragslage einzustellen, wenn sie die Möglichkeit einer Befristung haben“, sagte Dulger. Die Übernahmechancen in unbefristete Beschäftigung stiegen seit Jahren an. So waren 2017 rund 40 Prozent der Vertragsänderungen bei Befristungen auf innerbetriebliche Übernahmen zurückzuführen, weitere 33 Prozent wurden verlängert. „Das erfolgreiche Instrument der sachgrundlosen Befristungen darf jetzt nicht willkürlich kaputtgemacht werden“, mahnte er.