Kooperation von Haupt- und Werkrealschulen mit beruflichen Schulen würde Übergang in Ausbildung erleichtern

Erstellt am: 11/30/2018

Küpper: „FDP-Vorschlag darf aber nicht zu Lasten der Berufsschulkapazitäten in dualer Ausbildung gehen“

Die Spitzenvereinigung der Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg begrüßt die von der FDP-Landtagsfraktion angestoßene Debatte zur Zukunft der Haupt- und Werkrealschulen im Südwesten. „Mehr als 700 Haupt- und Werkrealschulen mit gut 83.000 Schülerinnen und Schülern verdienen unsere Beachtung“, erklärte der für Bildung zuständige Geschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Stefan Küpper, am Freitag in Stuttgart.

Der von der FDP vorgestellte Gesetzentwurf für eine „Berufliche Realschule“ greife auf das erweiterte Konzept der Werkrealschule aus dem Jahr 2009 zurück, bemerkte Küpper: „Als Erfolg versprechend erscheint uns dabei die enge Kooperation der Haupt- und Werkrealschulen mit den beruflichen Schulen. Auf diese Weise könnten bereits erste berufsqualifizierende Schritte zum direkten Übergang in eine duale Ausbildung erfolgen.“ Das Konzept dürfe aber nicht zu Lasten der Berufsschulkapazitäten in der dualen Ausbildung und anderer Schularten gehen, warnte er: „So sehen wir beispielsweise die vorgeschlagene Erhöhung des Klassenteilers in der Gemeinschaftsschule zur ‚Finanzierung‘ der Reform als kritisch an.“

Vielmehr müsste der FDP-Vorstoß dazu genutzt werden, die zwei Wege des baden-württembergischen Schulsystems – auf der einen Seite das G8-Gymnasium sowie auf der anderen Seite der Weg, der den Hauptschulabschluss und den mittleren Abschluss als Regelabschlüsse anbietet – sehr viel klarer auszuformen, sagte Küpper: „Deshalb wäre eine einheitliche Begrifflichkeit für den nicht-gymnasialen Weg dringend geboten, um diesen Bildungszweig im Bewusstsein der Eltern und Schülerinnen und Schüler aufzuwerten. In diesen nicht-gymnasialen Bildungszweig würde sich dann auch das von der FDP vorgeschlagene allgemeinbildende und berufliche Profil der Realschule sowie das Gemeinschaftsschulprofil als pädagogische Alternativen sehr gut einfügen.“