Zuwanderungsrecht muss transparenter, praxisnäher und einfacher gestaltet werden

Erstellt am: 10/01/2018

Dulger: „Bestes Zuwanderungsrecht hilft nichts, wenn Verwaltungen zu langsam und Verfahren zu kompliziert sind“

Das Zuwanderungsrecht in Deutschland muss transparenter, praxisnäher und einfacher gestaltet werden, forderte der baden-württembergische Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger am Montag in Stuttgart bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Kongresses, Integration von Flüchtlingen in das Erwerbsleben‘: „Das beste Zuwanderungsrecht hilft nichts, wenn die Verwaltungen zu langsam und die Verfahren zu kompliziert und langwierig sind. Uneinheitliche Rechtsanwendung, lange Wartezeiten bei den Botschaften und Ausländerbehörden sowie Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse sind die zentralen Hemmnisse für die Zuwanderung von Fachkräften von außerhalb der EU.“

Die Große Koalition müsse mit dem geplanten Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz endlich für eine angemessene personelle und technische Ausstattung der zuständigen Behörden sorgen, mahnte der Arbeitgeberpräsident: „Statt Bürokratie und Papierbergen brauchen wir eine einheitliche elektronische Akte der Zuwanderungsbehörden und eine Aufgabenbündelung in spezialisierten überregionalen Kompetenzzentren.“

Insbesondere die Gleichwertigkeitsprüfung von ausländischen Berufsabschlüssen müsse flexibilisiert und entbürokratisiert werden, erklärte Dulger: „So sollte zunächst auch eine Teilanerkennung eines Berufsabschlusses zu einer Aufenthaltserlaubnis führen, wenn ein Arbeitsplatz nachgewiesen werden kann. Die volle Anerkennung des Abschlusses könnte dann beispielsweise innerhalb von zwei Jahren auf Grundlage einer erfolgreich bestandenen Qualifizierungsmaßnahme erfolgen.“