Arbeitslosenzahlen im Südwesten sind im März erneut gesunken

Erstellt am: 03/29/2018

Dick: „Angesichts steigender geopolitischer Risiken brauchen die Unternehmen mehr Rückenwind von der Politik“

Arbeitslosenzahlen im März 2018

Bessere Chancen auf Beschäftigung für alle Gruppen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Südwesten im März erneut gesunken. „Wir dürfen jetzt aber nicht den Fehler machen, die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt quasi als Selbstläufer zu betrachten“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Donnerstag in Stuttgart. Der exportorientierten baden-württembergischen Wirtschaft gehe es im Moment auch wegen des wieder anziehenden Welthandels so gut. „Doch geopolitische Entwicklungen wie beispielsweise das Risiko eines Handelskrieges können unsere Konjunktur, und damit auch den Arbeitsmarkt, jederzeit gefährden“, warnte Dick: „Gerade deshalb würden wir uns von der neuen Bundesregierung mehr Rückenwind für die Unternehmen erhoffen.“

Der Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes der baden-württembergischen Arbeitgeberverbände wies darauf hin, dass der Zollstreit zwischen der EU und den USA im Moment nur vertagt sei. „Auch der drohende Handelskonflikt zwischen China und den USA könnte die deutsche und europäische Wirtschaft indirekt treffen – mit durchaus demselben Ausmaß wie ein direkter Handelskrieg gegen Europa“, sagte er. In dieser Situation müsse die neue Bundesregierung ihre politische Agenda dringend um Elemente zur bürokratischen und steuerlichen Entlastung der Unternehmen und Bürger erweitern. „Ein einfaches Abarbeiten des Koalitionsvertrages wird nicht ausreichen, denn der hat eine eindeutige verteilungspolitische Schlagseite“, erklärte Dick: „Anstatt die Bürger und Unternehmen zu entlasten, sehen die Regierungspläne weitere Belastungen vor.“

Oberste Priorität der Politik müsse es nun sein, den Standort auch für schlechtere Zeiten wetterfest zu machen. „Die sozialpolitischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung würden in der derzeit geplanten Form aber zu steigenden Lohnzusatzkosten führen“, sagte Dick: „Wenn die Konjunktur mal nicht mehr so gut läuft, würde das den Arbeitsmarkt stark belasten. Hier erwarten wir von der Regierung eine Kurskorrektur hin zu einer Politik, die nicht in erster Linie das Umverteilen in den Blick nimmt, sondern wieder die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt rückt.“

Dazu gehöre auch, dass die Große Koalition davon absieht, die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt weiter einzuschränken, sagte Dick: „Insbesondere die geplanten drastischen Beschränkungen von sachgrundlos befristeten Arbeitsverhältnissen würde den weiteren Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit deutlich behindern.“