Anhaltend hohe Arbeitskräftenachfrage trifft zunehmend auf Fachkräfte-Engpässe

Erstellt am: 02/28/2018

Dick: „Besetzung offener Ausbildungsplätze und erleichterter Fachkräftezuwanderung kommen große Bedeutung zu“

Arbeitslosenzahlen im Februar 2018

Die Grafik zeigt die Veränderung der Arbeitslosenzahlen im Februar 2018.

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STUTTGART – Die Arbeitslosenzahlen sind im Südwesten im Februar wieder gesunken. „Die anhaltend hohe Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften trifft allerdings zunehmend auf Fachkräfte-Engpässe“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Mittwoch in Stuttgart: „Immer wichtiger wird daher, dass wir die offenen Ausbildungsplätze im Land auch besetzen können und gleichzeitig verbesserte Zuzugsmöglichkeiten für ausländische Fachkräfte bekommen.“

Auch in diesem Jahr werde sich in Baden-Württemberg voraussichtlich der Trend eines deutlichen Überhangs von betrieblichen Ausbildungsplatzangeboten im Vergleich zu den Bewerberzahlen fortsetzen, sagte Dick. „Eine Schlüsselrolle kommt deshalb einer guten Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen zu“, betonte er. Es müsse gelingen, dass wieder mehr Schulabgänger direkt in eine duale Ausbildung wechselten. So hätten dies in den zwölf am Modellversuch „Neugestaltung Übergang Schule und Beruf“ beteiligten Stadt- und Landkreisen zum Schuljahresende 2016/17 weniger als 30 Prozent der Schulabgänger der Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen getan.

„Um Schülern und Betrieben zu helfen, frühzeitig in Kontakt zu kommen, engagieren sich die Arbeitgeber Baden-Württemberg schon seit langem in der Initiative SCHULEWIRTSCHAFT beim Übergang von der Schule in den Beruf“, sagte Dick. Zum Beginn dieses Schuljahres hätten SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg und die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich berufliche Orientierung geschlossen. „Die Zusammenarbeit konzentriert sich dabei auf die Stärkung der Berufsorientierungs-Tandems Lehrer und Berufsberater an den Schulen“, erläuterte der Vertreter der Spitzenorganisation der Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg.

Auch bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten engagiere sich die Wirtschaft, erklärte Dick. So habe der Anteil von Menschen aus den Hauptasylherkunftsländern an den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Baden-Württemberg im Ausbildungsjahr 2017 schon rund drei Prozent betragen. „Das sind immerhin rund 2300 Ausbildungsverträge in 128 Berufen“, sagte er: „Die Gruppe der Geflüchteten kann unseren Unternehmen also helfen, ihren Fachkräftebedarf besser zu decken.“

Daneben sei es aber wichtig, auch die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften zu erleichtern. „Leider erweist sich hier die bestehende Nachweispflicht der Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Qualifikationen oft als zentrale Schwierigkeit“, beklagte der Arbeitgebervertreter. Hier bedürfe es dringend pragmatischer Lösungen, damit das im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbarte Fachkräfteeinwanderungsgesetz nicht ins Leere laufe.