Dr. Dulger: „Baden-Württemberg verdient mehr Bildung für das gleiche Geld“

STUTTGART – Die Arbeitgeber Baden-Württemberg haben begrüßt, dass das Kultusministerium des Landes das Thema Qualität in den Schulen prominent auf die bildungspolitische Agenda setzt und damit die Konsequenzen aus dem nur durchschnittlichen Abschneiden baden-württembergischer Schulleistungen im IQB-Bildungsvergleich 2015 zieht.

„Im Grundsatz unterstützen wir hierbei die Landesregierung“, sagte Landesarbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger am Mittwoch: „Jetzt gilt es aber, dass alle Akteure im Bildungssystem einen schonungslosen Blick darauf werfen, was wirkt, anstatt sich hinter dogmatischen Vorfestlegungen und Verteidigungshaltungen zu verschanzen.“

Die Dachorganisation der Arbeitgeberverbände im Land hat selbst ein Positionspapier veröffentlicht, mit dem die Qualität an den Schulen verbessert und Baden-Württemberg wieder an die Spitze geführt werden soll. Das Papier umfasst sieben Punkte:

  • Ein strategisches Bildungscontrolling, das Kosten- und Effizienzinformationen auf allen Ebenen bereitstellt;
  • die Einrichtung eines verbindlichen System- und Qualitätsmanagements;
  • die wissenschaftliche Begleitung und ein Controlling aller Bildungsreformen;
  • die Sicherstellung verbindlicher Bildungsstandards;
  • die Zulassung und Gestaltung des Konzepts „Selbstständige Schule“;
  • eine gezielte Personalentwicklung für Lehrkräfte und
  • die Ermöglichung von Spitzenförderung.

„Die Arbeitgeber Baden-Württemberg haben schon lange vor den jetzt dokumentierten Problemen dafür geworben, eine ehrliche Qualitätsdebatte zu führen und sich in der Schulpolitik auf die zentralen Stellgrößen für eine gelingende Schul- und Qualitätsentwicklung zu fokussieren“, sagte Dulger: „Dies muss jetzt Vorrang haben vor allen weiteren Reformversuchen, nachdem noch nicht einmal die Auswirkungen aller bisherigen Reformen auf dem Tisch liegen.“ Bisher fehle es auf allen Ebenen des Systems an Verlässlichkeit und Verbindlichkeit: „Die Unternehmen in Baden-Württemberg erwarten aber Klarheit darüber, mit welchen Voraussetzungen Schülerinnen und Schüler zukünftig in Ausbildung und Beruf eintreten.“

Der Landesregierung und Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sicherte Dulger die konstruktive Unterstützung der Arbeitgeber im Land überall dort zu, wo wirksame Hebel für die Qualitätsverbesserung genutzt würden: „Es geht dabei nicht primär um mehr Geld, sondern um deutlich mehr Effizienz im System. Hier liegt noch viel Potenzial brach. Auf den Punkt gebracht: Baden-Württemberg verdient mehr Bildung für das gleiche Geld.“

Anlage

Positionspapier Schulqualität der Arbeitgeber Baden-Württemberg