Arbeitsmarkt bietet ideale Bedingungen für Flüchtlingsintegration; Arbeitgeber Baden-Württemberg und Arbeitsagentur starten gemeinsames Projekt IQSB

Die Arbeitslosenzahlen sind in Baden-Württemberg im Oktober gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent (September 3,8 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat waren im Oktober 8.869 Menschen weniger arbeitslos.

Diese aktuell gute Lage auf dem Arbeitsmarkt bietet aus Sicht der Arbeitgeber Baden-Württemberg ideale Bedingungen für eine schnelle Integration von Flüchtlingen.

Hierfür haben die Arbeitgeber Baden-Württemberg und die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit das Konzept „Integrationsqualifizierung Sprache und Beruf - IQSB“ erarbeitet, das nun flächendeckend in Baden-Württemberg angeboten werden soll.

„Das Projekt wird im Rahmen des neuen bundesweiten Kooperationsmodells zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und Geringqualifizierten verwirklicht“, erläutert Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt bei den Arbeitgebern Baden-Württemberg. „Grundidee von IQSB ist es, Sprache und Integrationsthemen parallel mit betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen und Erwerbstätigkeit laufen zu lassen, anstatt diese Elemente hintereinander zu schalten“, sagt Küpper, der auch Geschäftsführer des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft ist.

Auf diese Weise können Flüchtlinge deutlich schneller Erfahrungen im Arbeitsalltag sammeln. „Das darf nicht unterschätzt werden“, mahnt der Arbeitgeber-Vertreter: „Denn mehrjährige Vorlaufzeiten zum Erwerb von Sprachkompetenzen und in maßnahmenbezogenen Wartschleifen ohne spürbare Fortschritte bei der Integration in das Beschäftigungssystem führen zur Demotivation bei den Flüchtlingen.“

Viele Flüchtlinge wollten zudem finanziell möglichst rasch auf eigenen Beinen stehen, sagt Küpper: „Deshalb kombinieren wir bei IQSB Erwerbsarbeit mit Teil-Qualifikationen, die mittelfristig zu einem beruflichen Abschluss führen können.“

Der Ansatz einer Verzahnung von Sprachförderung, betrieblicher Praxis und Qualifizierung sei insgesamt der beste Weg zur Integration von Flüchtlingen, sagt der Arbeitgeber-Vertreter: „Das auf diesem Prinzip basierende neue bundesweite Kooperationsmodell der Bundesagentur für Arbeit, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und der Sozialpartner begrüßen wir daher sehr.“