Arbeitgeber-Vize Schäuble: „Beim Ausbau von Ganztagsangeboten muss dringend nachgebessert werden“

STUTTGART – Baden-Württemberg hat im Bildungsmonitor 2016 seinen guten vierten Platz verteidigt. Die Macher des Reports loben unter anderem die Qualität der dualen Ausbildung im Südwesten.

„Damit wir diese hohen Standards auch in Zukunft gewährleisten können, muss aber die Präsenz von Berufsschulen in der Fläche gewährleistet bleiben“, sagte der Vizepräsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Karl Schäuble. „Gerade im ländlichen Raum benötigen kleine und mittelständische Unternehmen die Berufsschulen als verlässlichen Partner.“ Deshalb müsse es möglich sein, in Ausnahmefällen auch Kleinklassen beizubehalten. „Hier reicht die bisherige Verordnung des Landes nicht aus“, kritisierte Schäuble: „Vielmehr ist eine flexiblere Handhabung der Mindestschülerzahlen erforderlich.“

Großen Handlungsbedarf in Baden-Württemberg sieht der Bildungsmonitor wie schon im vergangenen Jahr beim Ausbau von Ganztagsangeboten. Die Arbeitgeber kritisieren den Mangel an Ganztagsplätzen schon lange. „Der im bundesweiten Vergleich sehr niedrige Anteil von Kindergarten- und Grundschulkindern in Ganztagseinrichtungen ist eine offene Flanke des baden-württembergischen Bildungssystems“, erklärte Schäuble: „Beim Ausbau von Ganztagsangeboten muss dringend nachgebessert werden.“ Das Land müsse die Kommunen im weiteren Ausbau von Ganztagsplätzen mit zusätzlichen Finanzmitteln unterstützen.

„Ganztagsangebote sind immens wichtig, um es beiden Elternteilen zu erlauben, verstärkt in Vollzeit zu arbeiten“, sagte der Arbeitgeber-Vize. „Das ist ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung.“ In einer aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbands Südwestmetall geben 54 Prozent der befragten M+E-Unternehmen an, in den vergangenen fünf Jahren Schwierigkeiten mit der Besetzung offener Stellen gehabt zu haben. Die Unternehmen erwarten auch künftig keine Entspannung. Mittelfristig sehen 51 Prozent einen Fachkräfteengpass im eigenen Betrieb.