Ausreichend Lehrkräfte für Berufsschulen

Erstellt am: 15.11.2018

Starke Berufsschulen sind neben den Ausbildungsbetrieben der Eckpfeiler für eine funktionierende duale Ausbildung. Hier werden junge Menschen fit gemacht für den späteren Beruf.

Doch die Berufsschulen in Baden-Württemberg sind massiv vom demografischen Wandel betroffen.

Es fehlen Nachwuchskräfte, was dazu führt, dass die Berufsschulen bereits heute zu wenige Lehrer für den berufsfachlichen Unterricht haben.

Die Folge: Der Unterrichtsausfall an den Berufsschulen verfestigt sich. Erhebungen des Kultusministeriums zufolge (Juni 2018) fiel rund sechs Prozent des Unterrichts an baden-württembergischen Berufsschulen aus.

Überdies kommt eine Pensionierungswelle auf die Berufsschulen zu, d.h. die Berufsschulen werden in kurzer Zeit sehr viele Stellen nachbesetzen müssen. So ergab eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, dass bis zum Jahr 2030 fast die Hälfte der rund 125.000 Berufsschullehrer in Deutschland in den Ruhestand gehen wird. Der jährliche Einstellungsbedarf steigt ab 2030 auf über 6.000 Lehrkräfte!

Die Landesregierung muss daher dringend noch stärkere Akzente bei der Lehrergewinnung für Berufsschulen setzen. Ansonsten droht hier in Zukunft ein ebenso großer Lehrermangel wie aktuell an den Grundschulen. Zu beachten gilt dabei, dass Unternehmen der freien Wirtschaft für die Berufsschullehrer eine interessante Alternative darstellen. Es müssen daher attraktive Anreize geschaffen werden. Möglichkeiten sind: Sonderzulagen im Referendariat, bessere Karrieremöglichkeiten oder eine Imagekampagne für den Berufsschullehrerberuf.