PISA-Studie: Für Weltspitze nicht genug

Erstellt am: 06.12.2016

Laut PISA-Studie 2015 steht Deutschland auf Platz 16 von insgesamt 72, innerhalb Europas auf Platz 4. Damit belegt Deutschland einen guten Platz innerhalb der oberen Tabellenhälfte. Für die Weltspitze ist das jedoch nicht genug, denn die Vorreiter in Sachen Schulbildung kommen vor allem aus dem asiatischen Raum (u.a. Singapur, Japan, Taipei). Für Deutschland gilt es nun, am Ball zu bleiben. Die Arbeitgeber Baden-Württemberg sehen drei  Schwerpunkte:  

1. Solides Fundament in der Grundschule

Im Rahmen der Studie „Was ist Grundbildung?“ hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Mindestkompetenzen für die Ausbildungsreife identifiziert, die aus Unternehmenssicht unverzichtbar sind. Diese umfassen die Bereiche Deutsch, Mathematik, Sozial-/Selbstkompetenzen, Informationstechnologie, Wirtschaft, Englisch, Politik/Gesellschaft/Alltagswissen sowie Naturwissenschaften und Technik.  Es ist wichtig, dass sich diese Kompetenzen bereits in der Grundschule widerspiegeln. Mit jeweils einer Stunde mehr Deutsch und Mathematik ab diesem Schuljahr ist Baden-Württemberg bereits auf einem guten Weg.  

Neben den Grundbildungsstandards sind ausreichende Übungsphasen notwendig. Denn häufig besteht das Problem, dass die Grundbildung nicht systematisch vermittelt und im Sinne der Handlungskompetenz eingeübt wird.

2. Qualität im MINT-Unterricht optimieren

Der Erfolg des Industrie- und Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg hängt entscheidend davon ab, ob qualifizierte MINT-Fachkräfte verfügbar sind. Bereits der IQB-Ländervergleich bescheinigte Baden-Württemberg nur Mittelmaß. Als eine zentrale Ursache für dieses Abschneiden wurde der zu hohe Anteil des von fachfremden Lehrkräften erteilten Unterrichts ausgemacht. Dieser ist dringend zu reduzieren.

3. Mehr Eliteförderung in Naturwissenschaft und Technik

MINT-Fachkräfte sind für Deutschland von entscheidender Bedeutung, sind auf dem Arbeitsmarkt aber immer seltener verfügbar. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gab es in Baden-Württemberg im Oktober im MINT-Bereich rund 65.200 offene Stellen bei gleichzeitig nur 25.590 Arbeitslosen in diesem Segment.  Um zur Weltspitze aufzuschließen, sollten gerade in Mathematik und Naturwissenschaft leistungsstarke Schüler intensiver gefördert werden. Ein Aufbau von MINT-Leistungszentren analog zur Spitzenförderung im Sport könnte hier einen Beitrag leisten. Mit dem Angebot an Schülerforschungszentren befindet sich Baden-Württemberg  auf dem richtigen Weg.