Schulcheck 2016: Gemeinschaftsschulen evaluieren

Erstellt am: 08.09.2016

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Die ersten Gemeinschaftsschulen im Land sind im Schuljahr 2012/2013 gestartet. Diese Schulform war in der bildungspolitischen Debatte lange ein Zankapfel. Aber sie hat durchaus ihre Berechtigung: Gerade in ländlichen Regionen wird es mit Blick auf die sinkenden Schülerzahlen immer schwieriger, Schulklassen zu füllen. Damit ist es auf Dauer unmöglich, drei Schulen an jedem Standort zu erhalten. Hier kann die Gemeinschaftsschule Abhilfe schaffen. Zudem eröffnet diese Schulform auch Chancen für mehr Ganztagesangebote, bessere Berufsorientierung und individuellere Lernförderung.

Letzteres wird auch in den Lernentwicklungsberichten sichtbar: Die Schüler erhalten differenzierte und kontinuierliche Rückmeldungen über ihre Leistung. Mit diesen Informationen lassen sich für Arbeitgeber beispielsweise Kompetenzen von Schülern viel besser erkennen, die bei klassischer Bewertung durch Schulnoten eher als „schwach“ eingestuft worden wären.

Die Qualität von Schulabschlüssen und Schulen ist für die Arbeitgeber von größter Bedeutung. Deshalb gilt es, diese neue Schulform hinsichtlich ihres Erfolges und ihrer Akzeptanz  von einer unabhängigen Instanz evaluieren zu lassen.

Für die Arbeitgeber entscheidet sich die Qualität der Gemeinschaftsschule an folgenden Kriterien:

  • Verbesserung der Ausbildungsreife in Bezug auf die kognitiven und nicht-kognitiven Kompetenzen, Erreichen der Bildungsstandards
  • Wachsender Anteil von Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss
  • Höhere Anzahl an direkten Übergängen in Ausbildung und Beschäftigung
  • Nachweisbare Verbesserungen zur Auflösung des engen Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg
  • Sinkende Abbrecherquote
  • Aussagekräftige und gemessen an den anderen Schulformen mindestens vergleichbare oder bessere Leistungen
  • Akzeptanz bei Eltern und Lehrkräften
  • Qualitative Kriterien wie z. B. Zusammensetzung des Kollegiums, Fortbildungsaktivitäten, Unterrichtsqualität, etc.