Flexirentengesetz

Das Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in die Rente ist ein Schritt in die richtige Richtung: Durch eine Weiterbeschäftigung nach Erreichen des Rentenalters wird ein höherer Rentenanspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung möglich.

Ob ein echter Anreiz zur Weiterbeschäftigung tatsächlich geschaffen werden kann, erscheint allerdings fraglich. Denn die Änderungen bei den Hinzuverdienstgrenzen bleiben komplex. Die Fehlanreize durch die „Rente ab 63“ werden leider nicht kompensiert.

Es wurde versäumt, die arbeitsrechtlichen Hemmnisse – Stichwort befristete Beschäftigung - bei der erneuten Beschäftigung ehemaliger Mitarbeiter im Rentenalter zu beseitigen.

Erfreulich ist, dass keine neuen Frühverrentungsmodelle vorgeschlagen werden und insbesondere den Forderungen nach neuen (Teil-)Rentenzugängen ab 60 eine Absage erteilt wurde.

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wurde vereinbart, dass die Möglichkeiten und Anreize zum freiwilligen längeren Arbeiten und damit auch das Angebot der Flexi-Rente nachhaltig gestaltet werden sollen.

Wie soll Flexi Rente funktionieren?

Zukünftig soll es noch vor Erreichen der Regelaltersgrenze leichter möglich sein, neben dem Erhalt einer Rente weiterzuarbeiten. Hierzu wird z.B. ermöglicht, eine Teilrente stufenlos zu beziehen. Außerdem wird das bisherige System der Hinzuverdienstgrenzen durch eine flexible Anrechnungsregelung ersetzt.

Auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze soll es attraktiver werden, weiterzuarbeiten:

  1. Der bisher isoliert zu leistende Arbeitgeberbeitrag bei einer parallel zum Rentenbezug ausgeübten Tätigkeit bewirkt künftig eine Erhöhung der Rente des Beschäftigten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der beschäftigte Rentner den Arbeitgeberbeitrag freiwillig um einen Arbeitnehmerbeitrag aufstockt.  
     
  2. Die vom Arbeitgeber zu zahlenden Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden befristet für die Dauer von fünf Jahren abgeschafft.

Ab wann gilt das Flexirentengesetz?

Das Gesetz „Flexi Rente“ ist teilweise zum 1. Januar 2017  in Kraft getreten. Die Neuregelung der Anrechnung des Hinzuverdienstes gilt seit dem 1. Juli 2017.