Psychische Gesundheit

Die psychische Gesundheit eines Menschen hängt von vielen Faktoren ab. Es ist falsch, hierfür allein die Arbeitswelt verantwortlich zu machen. Ebenso genetische Veranlagungen, Trauma oder das soziale und familiäre Umfeld beeinflussen die psychische Gesundheit.

Faktoren für psychische Erkrankungen.

Psychische Erkrankungen haben mehrere Faktoren.


Die Arbeitgeber Baden-Württemberg lehnen daher die von Gewerkschaften geforderte Anti-Stress-Verordnung ab. Denn hier wird fälschlicherweise suggeriert, dass Stress gesetzlich verboten werden kann.

Außerdem existieren bereits heute Gesetze, Verordnungen und Regelungen, wie z. B. das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung oder die Leitlinien der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), die psychische Belastungen am Arbeitsplatz regeln.

Psychische Belastung im Job: Ursache und Wirkung beachten

Psychische Erkrankungen beeinflussen den Alltag. Somit werden sie auch bei der Arbeit sichtbar. Das heißt jedoch nicht, dass der Grund hierfür die „vermeintlich schlechten“ Arbeitsbedingungen sind. Die Ursachen liegen zunehmend im privaten Umfeld, zum Beispiel wenn es keine familiäre Unterstützung gibt. Und auch das eigene Verhalten kann der Auslöser für eine psychische Erkrankung sein.

Psychische Erkrankungen in Zahlen

Der AOK-Fehlzeitenreport 2019 zeigt: Mit ca. 11 Prozent an den Fehltagen stehen psychische Erkrankungen an dritter Stelle, nach Muskel-Skelett- und Atemwegserkrankungen.

Krankheitsarten bei Krankmeldungen.

Psychische Erkrankung - eine der häufigsten Krankmeldungen.


Die durchschnittliche Falldauer psychischer Erkrankungen ist mit 26,3 Tagen mehr als doppelt so lang wie der Durchschnitt über alle Krankheiten mit 11,8 Tagen. Ein Grund dafür ist, dass die Wartezeiten auf einen Therapieplatz lang sind. In Ballungszentren beträgt sie zwischen drei und sechs Monaten, im ländlichen Raum können es ein halbes oder ein ganzes Jahr sein.

Psychische Probleme nehmen zu! Stimmt das?

Für Aufsehen sorgt auch der Psychoreport 2019. Denn er zeigt: Die Anzahl der Fehltage hat sich aufgrund psychischer Probleme zwischen 1997 und 2017 fast verdreifacht.

Fehltage durch psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Fehltage.


Jedoch ist diese Zunahme unter anderem darauf zurückzuführen, dass psychische Erkrankungen heutzutage nicht mehr tabuisiert werden, als dies noch vor 20 Jahren der Fall war. Dadurch werden psychische Erkrankungen deutlich häufiger diagnostiziert.

Arbeit wirkt positiv auf psychische Gesundheit

Statistiken belegen: Arbeit hat grundsätzlich eine gesundheitsförderliche Wirkung. Berufstätige leiden seltener an psychischen Erkrankungen als Arbeitslose. Denn ein Job gibt Sicherheit, Selbstvertrauen, Anerkennung und eine bessere materielle Versorgung.

Bessere Arbeit - weniger Fehltage.

Gute Arbeit - weniger Fehltage.


Dennoch ist klar, dass nicht jede Art von Arbeit gut ist, was Studien ebenfalls belegen. Sollten also arbeitsbedingte psychische Erkrankungen auftreten, sind alle Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gefordert. Hier müssen Unternehmen, Betriebsräte, Forschung und Gesundheitswesen zusammenarbeiten.

Aber auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten ist gefragt: Jeder kann dazu beitragen, die eigene psychische Gesundheit zu erhalten und zu stärken.

Arbeitgeber engagiert bei Gesundheitsmanagement

Die Maßnahmen zur freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und die gesetzlichen Verpflichtungen zum Arbeitsschutz (AS) werden unter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zusammengefasst. BGM hat das Ziel, die Arbeit, Organisation, aber auch das Verhalten der Mitarbeiter gesundheitsfördernd zu gestalten.

Die Arbeitgeber engagieren sich zahlreich im BGM, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu erhalten. Um die psychische Gesundheit zu fördern, beziehen die Gesundheitsprogramme auch präventive Maßnahmen ein. Dazu zählen beispielsweise Schulungen zum Zeit-, Stress- und Selbstmanagement sowie Maßnahmen zur Vereinbarung von Familie und Beruf.