Hundt: Gute Betreuungsinfrastruktur ist für junge Eltern Grundbedingung für Teilhabe am Arbeitsleben

Erstellt am: 10/22/2013

STUTTGART – Die Arbeitgeber Baden-Württemberg fordern verstärkte Anstrengungen der Landesregierung beim Ausbau der Ganztagesbetreuung in Kitas und Grundschulen.

Trotz eines aktuellen Aufwärtstrends liege das reiche Baden-Württemberg im heute veröffentlichten Bildungsmonitor 2013 in dieser Disziplin im bundesweiten Vergleich immer noch auf dem letzten Platz, bemängelte Professor Dr. Dieter Hundt, Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg, am Dienstag in Stuttgart: „Eine gute Betreuungsinfrastruktur ist für viele junge Eltern die Grundbedingung für die Teilhabe am Arbeitsleben. Wenn Fachkräfte wegen fehlender Betreuungsplätze nicht arbeiten können, ist das schlecht für unseren Wirtschaftsstandort.“

Im Ländervergleich habe Baden-Württemberg bei Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren mit 17,6 Prozent den niedrigsten Anteil an Ganztagesbetreuung (Bundesdurchschnitt: 39,1 Prozent). Auch die Quote von Ganztagesschülern in den Grundschulen sei mit 9,4 Prozent weit unterdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 26,2 Prozent). Diese eklatanten Lücken müssten beseitigt werden, forderte Hundt.

Positiv bewerten die Arbeitgeber Baden-Württemberg das überdurchschnittliche Abschneiden des Südwesten im Bereich „Hochschule und MINT“ (MINT: Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). „Hierzu hat der zügige Kapazitätsausbau an unseren Hochschulen mit den richtigen Schwerpunkten beigetragen“, sagte Hundt: „Nun muss allerdings eine nachhaltige Finanzierung der Hochschulen gesichert werden. Solange die Finanzierung zu mehr als der Hälfte über befristete Programmmittel läuft, ist diese Nachhaltigkeit nicht gewährleistet.“

Baden-Württemberg habe zudem bei der beruflichen Bildung gut abgeschnitten. Dies sei ein Beleg für die herausragende Bedeutung und Qualität der dualen Ausbildung im Land. „Die Frage der künftigen Attraktivität der dualen Ausbildung hängt auch davon ab, ob es gelingt, die Berufsschulen in der Fläche als duale Partner der Betriebe und der Auszubildenden zu erhalten“, sagte Hundt: „Hier muss die Landesregierung im Rahmen der regionalen Schulentwicklungsplanung konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten – in enger Abstimmung mit den Wirtschaftspartnern vor Ort.“