Hochschulfinanzierung

Mit dem HochschulfinanzierungsvertragPerspektive 2020“ hat Baden-Württemberg die Hochschulfinanzierung verbessert, indem unsichere Programmmittel sukzessive in die Grundfinanzierung umgewandelt werden. Dies war ein wichtiger Meilenstein.

Diese mittelfristige Sicherung des baden-württembergischen Wissenschaftssystems muss verstetigt und den Hochschulen am Wissenschafts- und Innovationsstandort Baden-Württemberg eine langfristige Planungsperspektive gegeben werden. Hierbei sollte darauf hingewirkt werden, Hochschulen weiter zu entlasten, die einen besonderen Anteil an der Umsetzung des notwendigen Studienplatzausbaus tragen.

Die langfristige Kopplung der Mittelvergabe an transparenten Leistungs- und Qualitätskriterien ist der richtige Weg. So können die Hochschulen in Baden-Württembergauch bei ansteigender Zahl an Studienanfängern eine qualitätsgesicherte Ausbildung ermöglichen und im internationalen wissenschaftlichen und technologischen Wettbewerb ihre Spitzenstellungen verteidigen.

Studienbeiträge wieder einführen

Bei der Entwicklung eines dauerhaft tragfähigen Gesamtkonzepts der Hochschulfinanzierung halten die Arbeitgeber Baden-Württemberg eine sozialverträgliche, nachgelagerte Beteiligung der Studierenden an den Kosten des Studiums über allgemeine Studiengebühren für unverzichtbar. Der damit verstärkte Wettbewerb der Bildungseinrichtungen würde sich zudem positiv auf das Dienstleistungsverständnis der Hochschulen gegenüber den Studierenden auswirken und zu einer Verbesserung der Qualität in der Lehre führen.

Die geplante Einführung von Studienbeiträgen für internationale Studierende und für ein Zweitstudium ist dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die zusätzlichen Einnahmen können den baden-württembergischen Hochschulen einen Qualitätsvorsprung verschaffen, der im Bildungswettbewerb langfristig ein Plus sein wird. Denn ein Teil der erwarteten Einnahmen soll direkt bei den Hochschulen verbleiben, um dort die internationalen Studierenden besser betreuen und fördern zu können. Kritisch sehen die Arbeitgeber jedoch die zahlreichen Ausnahme- und Befreiungstatbestände im Gesetzesentwurf. Sie fordern daher, diese im weiteren Gesetzgebungsverfahren soweit wie möglich zu straffen und zu vereinfachen.