Elternzeitgesetz und Elterngeld Plus

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg begrüßen grundsätzlich Vorhaben, die Eltern dabei unterstützen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Das Elterngeld Plus sowie der Partnerschaftsbonus können einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Frauen in größerem Arbeitsumfang schneller in den Beruf zurückkehren. Das Elternzeitgesetz birgt jedoch Belastungen für die Betriebe und forciert flexible Beschäftigungsformen.

Elterngeld Plus mit Partnerschaftsbonus  

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg begrüßen grundsätzlich Vorhaben, die Eltern dabei unterstützen, dass sie nach der Geburt eines Kindes frühzeitig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels müssen möglichst viele Erwerbspersonenpotenziale angehoben werden.

Das Elterngeld Plus kann einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Frauen in größerem Arbeitsumfang schneller in den Beruf zurückkehren. Durch die Verlängerung der Bezugsdauer bei Erwerbstätigkeit auf maximal 28 Monatsbeträge könnten Paare bis zu 14 Monate gleichzeitig Elterngeld Plus beziehen und bis zu dreißig Wochenstunden arbeiten. Die Regelung wäre vor allem eine Chance für Mütter: Die Karriere- und Erwerbsaussichten könnten durch einen schnelleren Wiedereinstieg verbessert und die Entgeltunterschiede abgebaut werden.

Der Partnerschaftsbonus, der das neue Elterngeld Plus ergänzen soll, würde zusätzlich die Gleichstellung von Frauen und Männern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Auch hier soll Eltern ermöglicht werden, sich gemeinsam um ihr Kind zu kümmern und jeweils in Teilzeit erwerbstätig zu sein. 

Elternzeitgesetz forciert flexible Beschäftigungsformen

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg lehnen jedoch ab, dass die maximal dreijährige Elternzeit künftig in bis zu drei Zeitabschnitte  bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes gesplittet werden kann. Für die Arbeitgeber bedeute das, dass sie für jede Phase der Elternzeit Personalersatz suchen müssten. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können zeitlich befristete Personalausfälle intern nur schwer auffangen und müssten daher auf flexible Arbeitsmarktinstrumente wie Befristungen, Teilzeit oder Zeitarbeit zurückgreifen. Vor diesem Hintergrund fordern die Arbeitgeber Baden-Württemberg, dass flexible Beschäftigungsformen weiter möglich bleiben und lehnen jede weitere Einschränkung dieser ab.

Darüber hinaus lehnen die Arbeitgeber die geplanten Regelungen zur Übertragung von Elternzeit ab. Danach soll künftig ein verlängerter Zeitraum von 24 Monaten (bislang 12 Monate), in dem Elternzeit beansprucht werden kann ohne Zustimmung des Arbeitgebers auf die Zeit zwischen 3. und vollendetem 8. Lebensjahr des Kindes übertragen werden können. Damit hätten die Betriebe  noch weniger Planungssicherheit in der Personalpolitik.