Bologna-Reform

Zweistufigkeit ist die richtige Antwort

Der Bologna-Prozess ist die notwendige und richtige Reform: Notwendig, weil das an den Hochschulen erworbene berufliche Expertenwissen schnell veraltet und kontinuierlich aufgefrischt werden muss. Die zweistufige Studienstruktur ist die überzeugende Antwort auf das Erfordernis lebenslangen Lernens. Richtig, weil die Interessen Deutschlands nur durch die Einbindung seines Hochschulsystems in europäische und globale Strukturen nachhaltig und erfolgreich gewahrt bleiben können. Zu einem zusammenwachsenden Europa gehören vergleichbare und anrechenbare Hochschulabschlüsse.

Praxisnähe und Persönlichkeitsbildung ermöglichen

Bei der Umstellung der Studiengänge auf die gestufte Studienstruktur hat es eine Reihe von Umsetzungsfehlern gegeben. Inzwischen wurden an den Hochschulen weitere Reformschritte eingeleitet, um zum Beispiel Detailregelungen oder Anwesenheitspflichten von Studierenden in Lehrveranstaltungen zu reduzieren. Auch die Kultusministerkonferenz hat auf Kritik an der Bologna-Umsetzung reagiert und im Februar 2010 die ländergemeinsamen Strukturvorgaben geändert. Diese Maßnahme soll die Studierbarkeit verbessern, die Mobilität erhöhen und die Zahl der Prüfungen reduzieren. Die Unternehmen sehen rückblickend die Überspezialisierung der Bachelorstudiengänge kritisch. Sie legen nicht nur auf fachliche Spezialkenntnisse Wert, sondern erwarten ebenfalls von den Absolventinnen und Absolventen entwickelte Methoden- und Sozialkompetenz.

Bachelor Welcome! – Auch nach längerem Studium!

Der Bachelorabschluss darf nicht als formale Durchgangsstation auf dem Weg zum Masterabschluss missverstanden werden. Keineswegs ist der Mastergrad die privilegierte Eintrittskarte in die Wirtschaft – auch wenn teils eine gegenteilige Meinung vorzuherrschen scheint. Dieser Vorstellung widersprechen wir entschieden. Studienergebnisse des IW Köln belegen klar, dass der Bachelor-Abschluss eine sehr hohe Beschäftigungsfähigkeit sichert, die Unternehmen die Bachelor-Absolventen auf den für Akademikern üblichen Stellen  einsetzen und entsprechende Gehälter zahlen. Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen sowie ein gestiegener Anteil an Bachelor in leitenden Positionen bestätigen zudem die hohe Akzeptanz und die Karrieremöglichkeiten mit einem Bachelor-Abschluss.

Nicht Strukturfragen und Fragen nach der strengen Einhaltung von sechs Semestern im Bachelorstudium stehen an erster Stelle, sondern ein fundiertes Bachelor-Erststudium, mit dem die Absolventen in den Unternehmen hoch willkommen sind.

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