Moderne Tarifverträge stärken die Tarifbindung

Eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) vom 1. Juni 2017 zeigt, dass die Tarifbindung deutlich rückläufig ist. Im Jahr 2014 erfolgte gegenüber 2013 zwar eine leichte Verbesserung bei der Tarifbindung sowohl in West- als auch in Ostdeutschland. Allerdings ist die Tarifbindung 2015 in Westdeutschland gegenüber 2014 um zwei  Prozentpunkte gesunken, wobei dieser Wert in 2016 konstant blieb. In Ostdeutschland stieg die Tarifbindung im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 zwar um einen Prozentpunkt an, sank aber im Jahr 2016 wieder um einen Prozentpunkt.

Diese Entwicklung zeigt, dass es notwendig ist, zeitgemäße Tarifverträge mit flexiblen Regelungen zu schaffen, die differenzierte und passgenaue Lösungen für die Betriebe ermöglichen. Nur dadurch kann die Tarifpolitik einen sicheren Rahmen mit Chancen für Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen bieten.

Aus der Auswertung des IAB ergibt sich, dass im Jahr 1996 für 70 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 56 Prozent in Ostdeutschland Branchentarifverträge galten. Im Jahr 2016 arbeiteten aber nur noch etwa 51 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland sowie 36 Prozent in Ostdeutschland in Betrieben, die durch Branchentarifverträge tarifgebunden waren.

Für 8 Prozent der westdeutschen und 11 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten galten in 2016 Firmentarifverträge.

Hingegen gab es in 2016 für 42 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 53 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland keinen Tarifvertrag. Hier konnten aber 50 Prozent dieser Beschäftigten in Westdeutschland indirekt von tarifvertraglichen Regelungen profitieren, da deren Betriebe sich an Branchentarifverträgen orientierten. In Ostdeutschland waren es  48 Prozent der Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Betrieben, die indirekt von der Wirkung eines Tarifvertrages profitierten.

Die aktuellen Zahlen des IAB finden Sie hier: Tarifbindung 2016