Ausbildungsbündnis

Am 21. Juli 2015 wurde das „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses in Baden-Württemberg 2014 bis 2018“ unterzeichnet.
Das Bündnis wird von Landesregierung, Verbänden und Kammern der Wirtschaft, Gewerkschaften, den Kommunen sowie der Arbeitsagentur getragen.
Das neue Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg besteht aus einem 10-Punkte-Programm in drei Themenbereichen.

Diese Themen sind:

  • Übergänge junger Menschen von der Schule in den Beruf gestalten
  • Attraktivität und Qualität der Berufsausbildung steigern
  • Ausbildung zukunftsfähig machen

Jedem der 10 Punkte ist in der Regel ein Indikator zugeordnet:

  1. Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Übergangs Schule und Beruf weiter umsetzen: Die Umsetzung startete im Jahr 2014 in vier Modellregionen und wurde im Ausbildungsbündnis erarbeitet. 
    Indikator: Zahl der Regionen von vier (2014) auf 22 (2018) erhöhen.
  2. Berufliche Orientierung an allen allgemeinbildenden Schulen weiterentwickeln: Mit dem neuen Bildungsplan wird das „Fach Wirtschaft und Berufsorientierung“ und die „Leitperspektive berufliche Orientierung“ für alle allgemeinbildenden Schulen eingeführt. Schule und Berufsberatung der BA setzen Tandems aus Lehr- und Beratungskräften ein.
    Indikator: Anteil der Tandems aus Schule und Berufsberatung auf 100 Prozent (2018) erhöhen.
  3. Attraktive Ausbildungsangebote entwickeln und Karrierewege befördern: Die duale Ausbildung soll als attraktive Option wahrgenommen werden. Dazu gehören auch Modelle das ausbildungsbegleitenden Erwerbs der Hochschulreife.
    Indikator: Anzahl der neuen Teilnehmer am dreijährigen dualen Berufskolleg von 834 (2014) um 50 Prozent auf 1250 (2018) erhöhen.
  4. Jugendlichen durch flexiblen Einstieg Chancen auf Ausbildung öffnen: Jeder Jugendliche soll ein individuelles Angebot für einen direkten Weg in Ausbildung erhalten.
    Indikatoren:
    • Anzahl der unbekannt verbliebenen Jugendlichen in der Geschäftsstatistik der BA von 9786 (2014) auf 5000 (2018) senken. Die Bündnispartner überprüfen Ende 2016 diese Zielgröße.
    • Anzahl der Regionen mit harmonisierten Abläufen und weitgehend abgestimmten Maßnahmen im Rahmen des Arbeitsbündnisses „Jugend und Beruf“ von 18 (2014) auf 44 (2016) erhöhen
  5. Betriebe in der Ausbildung unterstützen: Betriebe – vor allem Kleinbetriebe – sollen dabei unterstützt werden, nicht in ihrer Ausbildungsleistung nachzulassen und attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten.
    Indikator: 2016 sollen bis zu 600 Plätze für assistierte Ausbildung durch die BA zur Verfügung gestellt werden (2015: 209). Die Zielsetzung wird jährlich überprüft und die weiteren Zielgrößen festgelegt.
  6. Qualität der betrieblichen Ausbildung sichern: Qualität der Ausbildung ist ein zentraler Faktor im Werben um Auszubildende, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern und um den Fachkräftenachwuchs zu sichern.
    Indikator: Die Vertragslösungsquote von 21,2 Prozent (2013) auf unter 20 Prozent (2018) senken. Die Zielgröße wird jährlich überprüft.
  7. Qualität und Erreichbarkeit der Berufsschule sichern: Die Qualität der berufsschulischen Angebote sind zentraler Faktor für die Attraktivität und die Qualität von Ausbildung und den Ausbildungserfolg.
    Indikator: Das Defizit bei der Unterrichtsversorgung von Berufsschulen in allen Regierungsbezirken von 5,6 auf unter 5 Prozent senken.
  8. Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung ausgestalten: Die Durchlässigkeit soll erleichtert, entsprechende Angebote (z.B. Weiterbildungsbachelor) ausgebaut und neue Zielgruppen (z.B. Studienabbrecher“) in den Blick genommen werden. 
    Indikator: Die Anzahl berufsbegleitender Bachelorstudiengänge an staatlichen Hochschulen von 8 (2015) auf 16 (2018) verdoppeln.
  9. An- und Ungelernten einen Berufsschulabschluss ermöglichen: Das Nachholen von Berufsqualifikationen und -abschlüssen und Angebote der Teilzeitausbildung sollen ausgebaut werden.
    Indikator: Den Anteil der 25-35-jährigen ohne Berufsabschluss von 13,4 Prozent (2012) auf unter 12 Prozent (2018) senken.
  10. Berufliche Bildung internationalisieren: Im Rahmen einer Berufsausbildung soll Mobilität gefördert und der Erwerb von Doppelqualifikation ermöglicht werden.
    Indikator: Die Anzahl der EU-geförderten Auslandspraktika von Auszubildenden von 1600 (2013) auf 2500 (2018) steigern.

Zur Bilanzierung und Bewertung:

Wie bisher werden die Bündnispartner anlässlich der Spitzengespräche zur Ausbildungssituation unter der Federführung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft die Umsetzung der vereinbarten Ziele und Beiträge regelmäßig bilanzieren. Die gemeinsame Bewertung und die damit verbundene abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit orientiert sich an sechs Kriterien:

  1. Unversorgte Bewerber
  2. Alternativ verbliebene Jugendliche
  3. Unbesetzte Ausbildungsplätze
  4. Unbekannt verbliebene Jugendliche
  5. Vorrangige Vermittlung in duale Ausbildung
  6. Entwicklung der Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen

Nachrichtlich werden u. a. ausgewiesen:

  • Einmündung in ein duales Studium
  • Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit