Dick: Südwesten bei Bildungsmonitor gut platziert, aber Ganztagsangebot weiter unterdurchschnittlich

Erstellt am: 08/17/2017

STUTTGART – Baden-Württemberg hat im Bildungsmonitor 2017 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) seinen guten vierten Platz verteidigt.

Allerdings zeigt der breit angelegte Bundesländer-Vergleich auch: Das Ganztagsangebot im Südwesten ist weiterhin stark unterdurchschnittlich. „Hier muss dringend nachgebessert werden. Der Anteil der Kindergarten- und Grundschulkinder in entsprechenden Einrichtungen ist in Baden-Württemberg sehr niedrig“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Donnerstag in Stuttgart: „Im vergangenen Jahr befanden sich beispielsweise nur rund 23 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen in einer Ganztagsbetreuung, so wenige wie in keinem anderen Bundesland.“

Die Spitzenvereinigung der baden-württembergischen Arbeitgeberverbände kritisiert den Mangel an Ganztagsplätzen schon lange, denn er verlängert insbesondere die Dauer der Erwerbsunterbrechung von Frauen nach der Geburt. „Nur wenn es genügend Betreuungsmöglichkeiten gibt, haben beide Elternteile tatsächlich die Chance auf Vollzeitarbeit und vergleichbare Einkommen“, erklärte Dick. „Das ist ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung und zur Geschlechtergerechtigkeit bei den Einkommen.“ Gleichzeitig könne durch mehr Ganztagsangebote die Armutsgefährdung alleinerziehender Elternteile deutlich reduziert werden.

Neben der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie erlaubten Ganztagsangebote auch eine intensivere individuelle Förderung des Nachwuchses im vorschulischen und schulischen Bereich, so der Arbeitgebervertreter. Die Landesregierung müsse den Ausbau von Ganztagsplätzen nun dringend schneller vorantreiben. „Dafür bedarf es auch zusätzlicher Finanzmittel zur Unterstützung der Kommunen“, sagte Dick.